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CBM-Erlebnismobil

Für drei Minuten blind

Was nehme ich allein über Tasten, Hören und Riechen wahr? Im Erlebnismobil der CBM- Schweiz, welches Luxemburg im Herbst 2021 zur Verfügung gestellt wird, müssen Sie für einige Minuten ohne unser wichtigstes Sinnesorgan auskommen. Wie gut oder wie schlecht orientieren Sie sich ohne sehen zu können? Eine solche Erfahrung kann allen zugutekommen. Besonders aber Kinder und Heranwachsende sollten diese gravierende visuelle Beeinträchtigung nachempfinden können.

Im Erlebnismobil werden Sie eine Milchglasbrille aufsetzen. Ihr Sehen ist damit in gleichem Masse beeinträchtigt wie bei Menschen, die am Grauen Star im Endstadium leiden. Sie werden nur noch Hell und Dunkel unterscheiden; müssen sich aber durch einen 12 Meter langen Gang fortbewegen, der zahlreiche alltägliche Wegbehinderungen aufweist. Eine erschreckende Erfahrung? Nun, auf jeden Fall wird sich die Umgebung für Sie anders als üblich darstellen. Wie geht unser Gehirn hiermit um? Kann es umschalten auf andere Sinneseindrücke, z.B. akustisch oder durch Ertasten der Umwelt?  Mal „sehen“, wieviel Sie in Ihrem Tastgang entdecken werden und was Sie richtig oder falsch identifizieren werden. Am Schluss gehen Sie nochmals „sehend“ durch den Gang. Dann prüfen Sie selbst, was richtig erkannt wurde und erahnen nun, was es heißt, mit einer solchen Visusbeeinträchtigung unsere Umgebung zu erfahren.

Zweck des Erlebnismobils ist es also, die Gesellschaft für die Lage von blinden Menschen zu sensibilisieren, sei dies bei uns oder in Entwicklungsländern. Es verdeutlicht, dass sehbehinderte Menschen Unterstützung und angepasste Wohn- und Arbeitsverhältnisse brauchen.

CBM Erlebnismobil in Luxemburg

Zusammenarbeit mit dem « Centre pour le Développement des compétences relatives à la Vue (CVD) »

Dank des Kompetenzzentrums „Sehen“ (Centre pour le développement des compétences relatives à la vue – CDV) , einer staatliche Schule und Verwaltung, welche die Inklusion von Schülern und Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung in der Schule und im Beruf in Luxemburg begleitet, ist gewährleistet dass ein hoher Standard an Unterstützung auf allen Ebenen des Lebensvollzugs (Schule, Freizeit und Beruf) geleistet werden kann.  Die Stiftung CBM Luxemburg kann von der Erfahrung und Expertise des CVD beim Erarbeiten von Konzepten zur bestmöglichen Eingliederung Sehbehinderten auch in Entwicklungsländern sicherlich so manches lernen, auch wenn kostspieligere Methoden wohl dort nicht anwendbar sind.

Prävention auf nationaler Ebene ist ein wichtiger Auftrag, dem sich das CVD angenommen hat. Ist die Bevölkerung nämlich besser informiert, wird sie auch aufgeschlossener in Bezug auf die Bedürfnisse von Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung. Durch mehr Toleranz und Empathie entsteht ein inklusiveres Verhalten der Gesellschaft. Durch Vermittlung von Grundwissen sollen funktionale visuelle Einschränkungen schneller erkannt und den betroffenen Menschen schneller eine entsprechende Unterstützung zukommen gelassen werden. Vorbeugende Informations-und Aufklärungsaktionen gehören deshalb zum Grundgerüst des CVD. Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, dass sie sich nicht schicksalhaft Ihrer Sehbeeinträchtigung ergeben müssen, sondern es vielfältige Lösungsangebote und Interventionsmöglichkeiten hierzu gibt, die einen inklusiven Lebensvollzug gewährleisten (pädagogische Massnahmen, Hilfsmittel, Arbeitsplatzgestaltung, Beleuchtung…).

Eine Zusammenarbeit zwischen der Stiftung CBM Luxemburg und CVD ist eine « win-win situation » und wir sind hoch erfreut, dass das CVD für die Tour des CBM-Erlebnismobils durch Luxemburg verantwortlich zeichnen wird.

Vom 6 bis 19 Oktober 2021 bummelt das CBM Erlebnismobil  durch Luxemburg.

Das CDV hat die Tour bereits geplant : ausgewählte Schulklassen der Grundstufe werden in allen Regionen des Landes angefahren. In Sitzungen von 90 Minuten Dauer wird den Kindern, welche das Erlebnismodul durchwandern, in spielerischer aber umso einprägsamer Art Grundwissen zum Sehen und zur Sehbehinderung beigebracht. Dieses kostenlose Angebot wird in ein breiteres Programm zur Sensibilisierung der Bevölkerung eingebettet sein.

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