Angola

Unterstützung der Ausbildung vor Ort zum Ophthalmologen im portugiesisch sprechenden Afrika

Wir unterstützen vor Ort den Aufbau einer kompletten Ausbildung zum Ophthalmologen, dies in portugiesisch/englischer Sprache. Diese Ausbildung soll später auch anderen Portugiesisch sprechenden Ländern -Mozambik und Kapverdische Inseln- zur Verfügung stehen. Benötigt werden Laborausstattung, Vermittlung von Ausbildern, technische Geräte usw.

Angola in Zahlen

  • Fläche
    1.246.700 km2
  • Einwohner
    32,87 Mio.
  • BIP pro Kopf (PPP)
    6.670 USD (LU: 114.304 USD)
  • Bevölkerungsanteil unter nationaler Armutsgrenze
    36,6% (LU: 15%)
  • Lebenserwartung
    62,2 Jahre (LU: 82,8 J.)
  • Lese- und Schreibfähigkeit
    66 % der Bev. über 15 J.
  • Ärztedichte
    0,21/1.000 Einwohner (LU: 3,0)
  • Entwicklungsindex
    148 Rang von 189 Ländern

Warum dieses Projekt ?

Facharztausbildung, sei es vor Ort oder im Netz, findet international bes. in Englisch oder Französisch statt. Qualitativ hochwertige Ausbildung vor Ort ist z.Z. in Angola in Portugiesisch nicht möglich. Die Auszubildenden müssen nach Portugal oder Brasilien reisen, ein oft finanziell nicht überwindbares Hindernis. Nachhaltige medizinische Entwicklungsprojekte planen deshalb die komplette Ausbildung vor Ort, so dass in absehbarer Zukunft „das Land sich selbst helfen kann“. 

Gibt es ähnliche Projekte in anderen afrikanischen Ländern?

CBM Schweiz hat über Jahre erfolgreich ein Ausbildungsprogramm in französischer Sprache in Guinea aufgebaut. Das DESSO-Projekt ermöglicht es, angehenden Medizinern aus Guinea, Elfenbeinküste, Mali, Senegal ihre augenärztliche Ausbildung in Conakry zu absolvieren. Sie kehren anschließend in ihre Heimatländer zurück. Ein „Wet Lab“, welches das Einüben verschiedener Techniken an den Augen von Schlachttieren ermöglicht, regelmäßige Rotation von Professoren, neuestes technisches Material, diverse Operationsmikroskope, Laser, optische Kohärenz-Tomographie (OCT), wurden angeschafft und werden weiterhin dank logistischer und finanzieller Hilfe durch CBM unterstützt. Beim DESSO-Projekt lautet die gute Nachricht: in baldiger Zukunft wird das Programm in voller lokaler Verantwortung geführt sein.

Wurde Angola bereits vorher von CBM unterstützt?

CBM hat über Jahre eine von dem kirchlichen Träger SOLE geführte Klinik – Boa Vista, Benguela (im Süden des Landes) – erfolgreich unterstützt. Die Klinik führt augenärztliche Untersuchungen durch. Gängige Augenleiden, von der Kurzsichtigkeit bis zum grünen Star (Glaukom), werden behandelt. Insbesondere hat Boa Vista ein robustes Programm zur Operation am Grauen Star aufgebaut. Bis zu 1.000 Operationen werden hier jährlich durchgeführt. Die Patienten nehmen strapaziöse Reisen über mehrere Tage in Kauf, um hier behandelt zu werden. Sie zahlen gestaffelt nach ihren finanziellen Verhältnissen.

Einige Gründungsmitglieder von CBM Luxemburg konnten sich in 2019 ein Bild von der Effizienz und Tragfähigkeit dieses Programms machen. Nun gilt es, dieses Konzept auch auf den öffentlichen Bereich, und in die viel größere Haupstadt Luanda auszudehnen und mit hochwertigem Ausbildungsprogramm zu verbinden.

Die Bausteine des Projektes

Wet Lab

Sicher die Schnitte durchführen und die Nadel durchziehen ist Garant einer erfolgreichen augenärztlicher Operation. Dies muss geübt werden. Am Rindsauge und unter dem Mikroskop werden zukünftig die Auszubildenden die ersten Schritte lernen. Die lokale Ausbildungsstätte IONA in Luanda verfügt noch nicht über ein solches Labor mit Mikroskop, Pinzetten usw. CBM Luxemburg wird als erstes ein solches Mikroskop anschaffen (Preisspanne 7.000$-10.000$). Auch die Inbetriebnahme und Instandsetzung bei Bedarf wird finanziell und logistisch unterstützt werden.

Material zur Operation am Grauen Star

Nur einmalig verwendbares Material, reichend von der einzusetzenden Linse bis zum Naht- und Verbandsmaterial kann das Nadelröhr eines effizienten Prgramms zur Operation am Grauen Star darstellen. Infolgedessen wird häufig nur eine geringe Zahl an Patienten operiert. CBM Luxemburg möchte als Starthilfe das Material für 1.000 Operationen zur Verfügung stellen. Es ist beabsichtigt, dass das Programm sich später selbst tragen soll, sprich die bescheidenen Einkünfte der ersten Operationen werden die Materialbeschaffung für zukünftige Operationen ermöglichen.

Praktische und theoretische Lehre

CBM Luxemburg möchte private Initiative und schon funktionierende lokale Programme (siehe Boa Vista, Benguela) mit Programmen der öffentlichen Hand vernetzen. Die Ausbilder aus Benguela sollen auch Ärzte aus Luanda ausbilden können und umgekehrt.

IONA, der lokale Partner von CBM in Angola, wird eine Wunschliste von Portugiesisch sprechenden Ausbildern (Portugal und Brasilien) zusammenstellen. Kurzzeitige Aufenthalte dieser Professoren vor Ort werden zu Anfang gebraucht. CBM Luxemburg wird die Reisespesen übernehmen.

Auszubildende werden die Möglichkeit bekommen in Schnellkursen die englische Fachsprache zu erlernen, um ihnen damit auch Auslandsaufenthalte in anderen Ländern zu ermöglichen oder das Angebot zahlreicher Fernkurse im Internet in Anspruch zu nehmen. Das langfristige Ziel aber bleibt die komplette Ausbildung vor Ort, mit späterem Angebot an die anderen Portugiesisch sprechenden afrikanischen Länder.

Partner vor Ort

Das Nationale Ophthalmologische Institut von Angola (IONA) ist an die Uniklinik angebunden und ist der Hauptpartner vor Ort der Stiftung CBM Luxemburg. Die Klinik Boa Vista wird weiterer Partner im Süden des Landes bleiben.

Budget

CBM Luxemburg zeichnet allein verantwortlich für dieses Projekt.
Entsprechend verfügbarer finanzieller Mittel soll das Projekt in 2021 mit min. EUR 50.000 und im Jahr 2022 mit min. EUR 50.000 gefördert werden.